Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Bußgeld droht bei vielen Verkehrsverstößen, etwa bei Geschwindigkeit, Rotlicht, Abstand, Handy, Alkohol oder Cannabis am Steuer.
  • Je nach Verstoß können zusätzlich Punkte in Flensburg, ein Fahrverbot oder weitere fahrerlaubnisrechtliche Folgen hinzukommen.
  • Die Höhe des Bußgeldes hängt vom konkreten Tatvorwurf, der Gefährdung, möglichen Voreintragungen und dem Einzelfall ab.
  • Ein Bußgeldbescheid sollte besonders bei Punkten, Fahrverbot, Probezeit oder Messzweifeln nicht vorschnell bezahlt werden.

Was bedeutet Bußgeld im Verkehrsrecht?

Ein Bußgeld ist eine Geldsanktion, die bei einer Ordnungswidrigkeit im Straßenverkehr verhängt werden kann. Häufig geht es um Tempoverstöße, Abstandsverstöße, Rotlichtverstöße, Handy am Steuer oder Alkohol und Cannabis am Steuer. Die wichtigsten Regelsanktionen ergeben sich aus dem Bußgeldkatalog.

Für die Einordnung ist oft entscheidend, ob der Verstoß innerhalb oder außerhalb geschlossener Ortschaften passiert ist. Deshalb finden Sie hier eigene Übersichten zu Bußgeld innerorts und Bußgeld außerorts.

Das Bußgeld ist aber nur ein Teil der möglichen Folgen. Zusätzlich können Punkte in Flensburg, ein Fahrverbot, Probezeitmaßnahmen oder eine spätere MPU-Problematik relevant werden. Deshalb sollte ein Bußgeldbescheid immer vollständig geprüft werden, wenn mehr als nur ein geringes Verwarnungsgeld droht.

Direkte Antwort

Ein Bußgeld im Verkehrsrecht ist eine Geldbuße für eine Verkehrsordnungswidrigkeit. Je nach Verstoß kann es zusätzlich Punkte in Flensburg und ein Fahrverbot geben. Besonders häufig sind Bußgelder wegen Geschwindigkeit, Rotlicht, Abstand, Handy, Alkohol oder Cannabis am Steuer.

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Welche Bußgelder drohen im Straßenverkehr?

Die folgende Übersicht zeigt typische Bereiche, in denen Bußgelder im Verkehrsrecht häufig vorkommen. Die konkrete Sanktion hängt immer vom Einzelfall ab, etwa von der Höhe der Überschreitung, der Dauer des Rotlichtverstoßes, dem Abstand, einer Gefährdung, Sachbeschädigung oder Voreintragungen.
Verstoß Typische Bußgelder Typische Zusatzfolgen Mehr Informationen
Bußgeld innerorts je nach Verstoß unterschiedlich Punkte und Fahrverbot vor allem bei schweren Verstößen Bußgeld innerorts
Bußgeld außerorts je nach Verstoß unterschiedlich Punkte und Fahrverbot vor allem bei Geschwindigkeit und Abstand Bußgeld außerorts
Geschwindigkeit 20 bis 800 Euro Punkte und Fahrverbot je nach Höhe der Überschreitung Bußgeldkatalog Geschwindigkeit
Rote Ampel 90 bis 360 Euro Punkte, häufig Fahrverbot bei qualifiziertem Rotlichtverstoß Bußgeldkatalog rote Ampel
Abstand 75 bis 400 Euro Punkte, bei schweren Verstößen Fahrverbot Bußgeld Abstand
Handy am Steuer 100 bis 200 Euro Punkt, bei Gefährdung oder Unfall auch Fahrverbot möglich Handy am Steuer
Alkohol am Steuer 250 bis 1.500 Euro Punkte, Fahrverbot, bei Straftat Entziehung der Fahrerlaubnis möglich Alkohol am Steuer
Cannabis am Steuer 500 bis 3.500 Euro Punkte, Fahrverbot, Fahrerlaubnisrisiken Cannabis am Steuer

Bußgeld wegen Geschwindigkeit

Geschwindigkeitsverstöße gehören zu den häufigsten Gründen für ein Bußgeld. Entscheidend ist, um wie viele km/h die zulässige Höchstgeschwindigkeit nach Abzug der Toleranz überschritten wurde. Die Sanktionen unterscheiden sich danach, ob der Verstoß innerorts oder außerorts begangen wurde.

Bußgeldtabelle Geschwindigkeit innerorts

Überschreitung innerorts Bußgeld Punkte Fahrverbot
bis 10 km/h 30 Euro 0 nein
11 bis 15 km/h 50 Euro 0 nein
16 bis 20 km/h 70 Euro 0 nein
21 bis 25 km/h 115 Euro 1 Punkt nein
26 bis 30 km/h 180 Euro 1 Punkt nein*
31 bis 40 km/h 260 Euro 2 Punkte 1 Monat
41 bis 50 km/h 400 Euro 2 Punkte 1 Monat
51 bis 60 km/h 560 Euro 2 Punkte 2 Monate
61 bis 70 km/h 700 Euro 2 Punkte 3 Monate
über 70 km/h 800 Euro 2 Punkte 3 Monate

Bußgeldtabelle Geschwindigkeit außerorts

Überschreitung außerorts Bußgeld Punkte Fahrverbot
bis 10 km/h 20 Euro 0 nein
11 bis 15 km/h 40 Euro 0 nein
16 bis 20 km/h 60 Euro 0 nein
21 bis 25 km/h 100 Euro 1 Punkt nein
26 bis 30 km/h 150 Euro 1 Punkt nein*
31 bis 40 km/h 200 Euro 1 Punkt nein*
41 bis 50 km/h 320 Euro 2 Punkte 1 Monat
51 bis 60 km/h 480 Euro 2 Punkte 1 Monat
61 bis 70 km/h 600 Euro 2 Punkte 2 Monate
über 70 km/h 700 Euro 2 Punkte 3 Monate
*Bei wiederholten Geschwindigkeitsverstößen kann ein Fahrverbot auch dann relevant werden, wenn Sie zweimal innerhalb eines Jahres mit mindestens 26 km/h zu schnell auffällig werden. Gebühren und Auslagen können zusätzlich zum Bußgeld anfallen.
Bei höheren Überschreitungen drohen nicht nur Geldbußen, sondern auch Punkte und ein Fahrverbot. Bei Messungen durch Blitzer sollte außerdem geprüft werden, ob Messgerät, Eichung, Messfoto, Toleranzabzug und Beschilderung korrekt waren.

Bußgeld wegen roter Ampel

Ein Rotlichtverstoß kann erhebliche Folgen haben. Bei einem einfachen Rotlichtverstoß drohen regelmäßig Bußgeld und ein Punkt. War die Ampel bereits länger als eine Sekunde rot, spricht man häufig von einem qualifizierten Rotlichtverstoß. Dann kommen regelmäßig zwei Punkte und ein Fahrverbot in Betracht.

Bußgeldtabelle rote Ampel

Rotlichtverstoß Bußgeld Punkte Fahrverbot
Rote Ampel weniger als 1 Sekunde 90 Euro 1 Punkt nein
Weniger als 1 Sekunde mit Gefährdung 200 Euro 2 Punkte 1 Monat
Weniger als 1 Sekunde mit Sachbeschädigung 240 Euro 2 Punkte 1 Monat
Rote Ampel länger als 1 Sekunde 200 Euro 2 Punkte 1 Monat
Länger als 1 Sekunde mit Gefährdung 320 Euro 2 Punkte 1 Monat
Länger als 1 Sekunde mit Sachbeschädigung 360 Euro 2 Punkte 1 Monat
Besonders kritisch wird der Vorwurf, wenn zusätzlich eine Gefährdung oder Sachbeschädigung angenommen wird. Weitere Einzelheiten finden Sie im Bereich Bußgeldkatalog rote Ampel.

Bußgeld wegen Abstand

Zu geringer Abstand ist besonders auf Autobahnen und Schnellstraßen ein häufiger Vorwurf. Je höher die gefahrene Geschwindigkeit und je geringer der Abstand, desto schwerer kann der Verstoß bewertet werden. Bei schweren Abstandsverstößen drohen neben einem Bußgeld auch Punkte und ein Fahrverbot.

Bußgeldtabelle Abstand bei Pkw

Abstandsverstöße sind besonders mess- und auswertungsabhängig. Mehr dazu finden Sie unter Bußgeld Abstand. Zur ersten Orientierung kann außerdem der Abstandsverstoß-Rechner genutzt werden.

Bußgeld, Punkt oder Fahrverbot erhalten?

Gerade bei Geschwindigkeit, Abstand und Rotlicht können Messfehler oder Auswertungsfehler entscheidend sein. Lassen Sie Ihren Bescheid prüfen, bevor die Einspruchsfrist abläuft.

Bescheid jetzt prüfen lassen

Bußgeld wegen Alkohol am Steuer

Alkohol am Steuer kann als Ordnungswidrigkeit oder als Straftat bewertet werden. Bereits ab 0,5 Promille drohen im Regelfall ein Bußgeld, Punkte und ein Fahrverbot. Bei Ausfallerscheinungen, Unfall oder höheren Promillewerten kann es strafrechtlich deutlich ernster werden.

Bußgeldtabelle Alkohol am Steuer

Alkoholverstoß Bußgeld / Folge Punkte Fahrverbot / Fahrerlaubnis
Alkohol in der Probezeit oder unter 21 Jahren 250 Euro 1 Punkt Probezeitmaßnahmen möglich
0,5 Promille oder mehr - Erstverstoß 500 Euro 2 Punkte 1 Monat Fahrverbot
0,5 Promille oder mehr - Zweitverstoß 1.000 Euro 2 Punkte 3 Monate Fahrverbot
0,5 Promille oder mehr - weiterer Verstoß 1.500 Euro 2 Punkte 3 Monate Fahrverbot
Ab 0,3 Promille mit Ausfallerscheinungen oder Unfall Strafverfahren möglich abhängig vom Verfahren Entziehung der Fahrerlaubnis möglich
Ab 1,1 Promille regelmäßig Straftat abhängig vom Verfahren Entziehung der Fahrerlaubnis möglich
Die Folgen hängen stark vom Einzelfall ab. Wichtig sind unter anderem Promillewert, Fahrauffälligkeiten, Unfallfolgen und mögliche Voreintragungen. Einen ausführlichen Überblick finden Sie auf unserer Seite Alkohol am Steuer.

Bußgeld wegen Cannabis am Steuer

Beim Fahren unter Cannabis-Einfluss kommt es insbesondere auf den THC-Wert im Blutserum an. Nach § 24a StVG ist der Grenzwert von 3,5 ng/ml THC im Blutserum für die Ordnungswidrigkeit besonders wichtig. Zusätzlich können Mischkonsum mit Alkohol, Probezeit, Voreintragungen und die Frage der Fahreignung eine Rolle spielen.

Bußgeldtabelle Cannabis am Steuer

Cannabis-Verstoß Bußgeld Punkte Fahrverbot / Risiko
THC-Grenzwert überschritten - Erstverstoß 500 Euro 2 Punkte 1 Monat Fahrverbot
THC-Grenzwert überschritten - Zweitverstoß 1.000 Euro 2 Punkte 3 Monate Fahrverbot
THC-Grenzwert überschritten - weiterer Verstoß 1.500 Euro 2 Punkte 3 Monate Fahrverbot
Cannabis und Alkohol kombiniert regelmäßig deutlich erhöht 2 Punkte möglich Fahrverbot und Fahrerlaubnisrisiken möglich
Cannabis in der Probezeit zusätzliche Probezeitfolgen möglich je nach Vorwurf Aufbauseminar / Verlängerung der Probezeit möglich
Ein Cannabis-Verstoß kann neben Bußgeld, Punkten und Fahrverbot auch fahrerlaubnisrechtliche Folgen auslösen. Mehr dazu finden Sie unter Cannabis am Steuer. Für eine grobe Orientierung zur Nachweisbarkeit kann der THC-Abbau-Rechner hilfreich sein.

Bußgeld wegen Handy am Steuer

Auch die verbotswidrige Nutzung eines Mobiltelefons oder elektronischen Geräts am Steuer kann ein Bußgeld und einen Punkt nach sich ziehen. Kommen Gefährdung oder Sachbeschädigung hinzu, können die Folgen schwerer ausfallen.

Bußgeldtabelle Handy am Steuer

Handyverstoß Bußgeld Punkte Fahrverbot
Handy oder elektronisches Gerät verbotswidrig genutzt 100 Euro 1 Punkt nein
Handyverstoß mit Gefährdung 150 Euro 2 Punkte 1 Monat
Handyverstoß mit Sachbeschädigung 200 Euro 2 Punkte 1 Monat
Entscheidend ist häufig, was genau beobachtet oder dokumentiert wurde. Ging es um das Halten des Geräts, eine Bedienhandlung oder nur um einen kurzen Blick? Weitere Informationen finden Sie unter Handy am Steuer.

Bußgeld, Punkte und Fahrverbot: Was ist besonders gefährlich?

Viele Betroffene achten zunächst nur auf die Höhe des Bußgeldes. In der Praxis sind aber Punkte und Fahrverbot oft deutlich belastender. Punkte können sich im Fahreignungsregister ansammeln und langfristig zum Problem werden. Ein Fahrverbot kann die berufliche und private Mobilität unmittelbar treffen.

Bei Unsicherheit helfen der Fahrverbot-Rechner und der Punkteverfall-Rechner als erste Orientierung. Die rechtliche Prüfung des konkreten Bescheids ersetzen sie aber nicht.
Drohen Punkte oder Fahrverbot?
Dann sollten Sie den Bußgeldbescheid nicht vorschnell bezahlen. Wir prüfen, ob ein Einspruch sinnvoll ist.

Was tun nach einem Bußgeldbescheid?

Wer einen Bußgeldbescheid erhält, sollte zunächst die Einspruchsfrist prüfen. Gegen den Bescheid kann grundsätzlich innerhalb von zwei Wochen nach Zustellung Einspruch eingelegt werden. Vorher erhalten Betroffene häufig einen Anhörungsbogen, einen Zeugenfragebogen oder ein anderes Behördenschreiben.

Wenn Punkte, Fahrverbot, Probezeitfolgen oder Zweifel an der Messung bestehen, kann ein Bußgeldeinspruch sinnvoll sein. Für eine erste Fristprüfung können Sie den Fristenrechner für den Einspruch gegen den Bußgeldbescheid nutzen.

Prüfen Sie vor Zahlung des Bußgeldes

  • Ist der Fahrer auf dem Foto eindeutig erkennbar?
  • Wurde die Messung ordnungsgemäß durchgeführt?
  • Wurde der richtige Tatvorwurf angesetzt?
  • Wurde die richtige Toleranz abgezogen?
  • Drohen Punkte oder ein Fahrverbot?
  • Befinden Sie sich noch in der Probezeit?
  • Ist die Einspruchsfrist noch offen?
  • Ist der Bescheid formal vollständig und richtig zugestellt worden?
Bußgeldbescheid hochladen und prüfen lassen
Nutzen Sie unser Formular für die kostenlose Ersteinschätzung im Verkehrsrecht. Je früher die Unterlagen eingehen, desto besser kann die Frist geprüft werden.

Warum Stolle Rechtsanwaltsgesellschaft?

Die Stolle Rechtsanwaltsgesellschaft mbH unterstützt Betroffene bundesweit im Verkehrsrecht. Wir prüfen Bußgeldbescheide, Einspruchsfristen, Messunterlagen, Fahreridentifizierung, Punkte, Fahrverbot und mögliche Verteidigungsansätze.
Erfahrung im Verkehrsrecht Prüfung von Geschwindigkeit, Rotlicht, Abstand, Handy, Alkohol und Cannabis am Steuer.
Bundesweite Vertretung Digitale Bearbeitung und klare Kommunikation unabhängig vom Wohnort.
Klare Ersteinschätzung Transparente Einschätzung, ob sich ein Vorgehen gegen den Bescheid lohnt.

FAQ zum Bußgeld im Verkehrsrecht

Was ist der Unterschied zwischen Verwarnungsgeld und Bußgeld?

Verwarnungsgeld betrifft meist leichtere Verstöße. Ein Bußgeldbescheid wird bei schwereren Ordnungswidrigkeiten erlassen und kann zusätzlich Punkte, Gebühren und ein Fahrverbot enthalten.

Wann kommen Punkte zum Bußgeld hinzu?

Punkte kommen bei verkehrssicherheitsrelevanten Verstößen hinzu, etwa bei höheren Geschwindigkeitsüberschreitungen, Rotlichtverstößen, schweren Abstandsverstößen, Alkohol oder Cannabis am Steuer.

Ist Bußgeld innerorts höher als außerorts?

Bei Geschwindigkeitsverstößen fallen die Regelsätze innerorts häufig höher aus als außerorts. Das liegt daran, dass innerorts Fußgänger, Radfahrer, Kreuzungen, Ampeln und dichter Verkehr eine größere Rolle spielen.

Kann ich gegen ein Bußgeld Einspruch einlegen?

Ja. Gegen einen Bußgeldbescheid kann grundsätzlich innerhalb von zwei Wochen nach Zustellung Einspruch eingelegt werden. Sinnvoll ist eine Prüfung besonders bei Punkten, Fahrverbot oder Messzweifeln.

Welche Bußgelder sind besonders kritisch?

Besonders kritisch sind Bußgelder mit Punkten, Fahrverbot, Probezeitfolgen oder fahrerlaubnisrechtlichen Risiken. Das gilt etwa bei hohen Tempoverstößen, Rotlicht, Abstand, Alkohol und Cannabis am Steuer.

Quellen und Rechtsgrundlagen

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